Heft 2 / 2016   [im Druck]:



Pädagogische Praxisforschung



Praxisforschung platziert sich bewusst im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis. Sie stellt sich  – z.B. im Rahmen von Begleitforschung – der Herausforderung, die Leitdifferenzen dieser beiden Systeme in funktionaler Weise auszugestalten: So erwartet die Praxis v.a. eindeutige (d.h. in ihrer Komplexität reduzierte) Ergebnisse, aus denen sich möglichst praktikable, konkret umsetzbare Handlungsempfehlungen ableiten lassen. Im Wissenschaftssystem steht demegegenüber ein Erkenntnisgewinn im Mittelpunkt des Interesses, der den o.g. Nützlichkeitserwägungen enthoben ist und stärker auf übergreifende und überdauernde Erkenntnisse abzielt. Ziel ist hier die Erhöhung  des Abstraktionsniveau und der Theorieorientierung, um so die Reichweite der gewonnenen Erkenntnisse zu vergrößern und für die scientific community nutzbar werden zu lassen.

 

Praxisforschung lässt sich vor diesem Hintergrund durchaus als eigenes, „intermediäres System“ (von Wensierski 2003, S. 85) deuten, welches durch einen spezifischen Interaktionszusammenhang zwischen Forscher und Praktiker geprägt ist. Dieser Interaktionszusammenhang ist durch ein hohes Maß an pädagogischn Prozessen bestimmt, wie beispielswiese die adressatenorientierte Vermittlung von Forschungsergebnissen, die pädagogische Steuerung von Entwicklungsprozessen etc.

 

Für das Themenheft sind Beiträge gewünscht, die diesbezüglich entweder grundlegende (forschungs-)methodische Überlegungen zum Gegenstand haben oder diese anhand von konkreten Praxisforschungsprojekten veranschaulichen und kritisch reflektieren.