Heft 3 / 2019   [Call bis 15. Mai 2019]:



Kreativität, Ästhetik und Kunst in der Pädagogik – Pädagogik als Erziehungskunst



Während des künstlerischen Arbeitens bilden Ungewissheiten immer genuine Bestandteile des schöpferischen Prozesses. Als künstlerisch Handelnde begeben wir uns in Situationen, deren Ausgang offen ist. Die Ungewissheit, wie sich der Prozess entwickelt, hat dabei dialogische Begegnungen mit humanen und/oder artifiziellen Gegenüber zur Folge.

 

Das Unbekannte, nicht Geformte sowie die Fähigkeit eine Zeit lang auszuhalten, nicht zu wissen, was entstehen wird, kein fertiges Konzept zu haben, bilden grundlegende Voraussetzungen für künstlerisches Handeln. Der/die KünstlerIn muss das Ungewisse aushalten, um schließlich etwas Neues, Zusammenhängendes, Ganzes im Werk finden zu können. Die schöpferische bildnerische Auseinandersetzung bietet dabei nicht nur für KünstlerInnen, sondern für jeden Menschen eine Handlungsform, die auf uns derzeit so einprasselnden eher passiven bis hilflosen Erfahrungen und Wahrnehmungen nicht nur bildlich zu verarbeiten, sondern auch (wieder) schöpferisch in Beziehung zu unserer Wirklichkeit setzen, eigene Lebensthemen erkennen und neue Wirklichkeiten und Selbstwirksamkeiten konstruieren zu können. Ästhetik als die Lehre von der Kunst setzt genau an diesen Stellen an und beschreibt unter ethnologischer Perspektive die Auseinandersetzung mit der sinnlich erfahrbaren Welt.

 

Gesucht werden Beiträge, in denen aufgezeigt wird, wie sich diese Besonderheit des künstlerischen Arbeitens bzw. Formen der ästhetischen Bildung in pädagogische Handlungsfelder integrieren lassen und welchen besonderen Mehrwert dies bietet bzw. wie sich die besonderen Wirkungen theoretisch beschreiben oder empirisch erfassen lassen. Aber auch der Themenkreis um die Fragen wie lassen sich z.B. durch künstlerisch-gestaltende Praxis und deren Reflexion neue Perspektiven auf Hilfe- und Bildungsprozesse eröffnen? Und welches sind solche neuen Perspektiven?, sind von Interesse. Beiträge können sowohl methodisch-konzeptionelle wie auch empirische Beiträge sein. Ebenso theoretische Grundlagenartikel, z.B. zu Funktionslogiken von Kunst und Erziehung sind ebenfalls willkommen. Projekte aus der Wissenschaft (Aus der Disziplin) und aus der Praxis (Aus der Profession), die (noch) nicht beforscht wurden, bilden willkommene Einreichungen für die nicht dem Peer-Review-Verfahren unterliegenden Rubrikenbeiträge.