Heft 3 / 2018   [Call bis 15.03.2018]:



Die Pluralität erziehungswissenschaftlicher Ausbildungsinstitutionen: Bilanzen für die Professionsentwicklung



Der Bologna-Prozess mit seiner Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse hat die Abschlüsse Diplom-Pädagogik, Diplom-Sozialarbeit oder Diplom-Sozialpädagogik weitgehend „Geschichte“ werden lassen. Doch auch innerhalb dieser neuen Abschlüsse existieren zusätzlich unterschiedliche Ausgestaltungen je nach Studienort (Stichwort: Duale Ausbildung) und Studienorganisation (Stichwort: Private Hochschulen) und somit hat die Diversifizierung weiter zugenommen: Da werden Studiengänge zu Straßenkinderpädagogik, Provokationspädagogik oder Medienpädagogik neben erziehungswissenschaftlichen Grundlagenstudiengängen angeboten. Parallel zur formalen wie inhaltlichen Veränderung der Studienabschlüsse hat sich in den vergangenen Jahren auch die pädagogische Organisationslandschaft nachhaltig gewandelt: Es steigen die Studierendenzahlen (vgl. Destatis 2017) ebenso wie die Anzahl privater Hochschulen in Deutschland kontinuierlich anwächst (vgl. Destatis 2014). Gleichzeitig zeigen sich hier wie an staatlichen Hochschulen neue Formen pädagogischer Abschlüsse, die in ihrer spezifischen Ausrichtung oftmals nur an einer einzigen Hochschule vorkommen.

Das geplante Themenheft fragt nach den Folgen dieser Vielfalt an Veränderungen auf den verschiedenen Ebenen für die Ausbildung pädagogisch Tätiger und den Auswirkungen auf die Profession. Das Themenheft interessiert sich insofern für die veränderten Erfahrungen bei der Einmündung sowohl aus Perspektive der „neuen“ Pädagogen/-innen wie der erfahrener Praktiker/-innen. Wir rufen zur Einreichung von theoretischen und empirischen Beiträgen auf, die sich mit der Situation in Ausbildungsorganisationen pädagogisch Tätiger auseinandersetzen oder nach den Folgen veränderter Ausbildung fragen. Ebenso wären Beiträge denkbar, die eher die Ebene pädagogischer Organisationen und deren Entgrenzung untersuchen und hier insbesondere Entwicklungen oder Tendenzen nachzeichnen können, wie beispielsweise eine Ökonomisierung der Pädagogik oder die Pädagogisierung der Ökonomie. Dazu passende Beobachtungen und Ausführungen von Praxis-/Forschungsprojekten sind ebenfalls zur Einreichung aufgefordert und erscheinen als Rubrikenbeitrag „Aus der Profession“ oder „Aus der Disziplin“.